Durchbruch im Maler- und Lackiererhandwerk: Tarifeinigung geglückt

Nach monatelangen, festgefahrenen Gesprächen ist nun endlich Bewegung in die Sache gekommen: Für das Maler- und Lackiererhandwerk gibt es ab sofort einen neuen Lohntarifvertrag – und der bringt deutliche Verbesserungen für Beschäftigte und Auszubildende.

Lohnerhöhungen beschlossen: Mehr Geld für Maler und Lackierer
Nach langwierigen Tarifverhandlungen, die sich seit November 2024 über mehrere ergebnislose Runden zogen und sogar eine Schlichtung im März scheiterten ließ, konnten die Sozialpartner am 11. April 2025 im Rahmen eines Spitzengesprächs doch noch einen Kompromiss erzielen. Die Einigung wurde offiziell am 15. April unterzeichnet.

Im Zentrum der Einigung steht eine gestaffelte Lohnerhöhung:

  • zum 1. April 2025 steigt der Ecklohn im Westen um 2,9 Prozent
  • ab dem 1. Juni 2026 folgt eine weitere Erhöhung um 3,0 Prozent

Lohnangleichung Ost-West bis 2027
Besonders bemerkenswert ist ein Meilenstein in der Branche: Die schrittweise Anpassung der Ostlöhne an das Westniveau. Über vier Stufen hinweg sollen bis zum 1. Januar 2027 die Gehälter in Ostdeutschland – einschließlich Berlin – vollständig angeglichen werden. Damit wird ein wichtiges Zeichen für mehr Lohngerechtigkeit in ganz Deutschland gesetzt.

Höherer Mindestlohn für Fachkräfte
Auch der brancheninterne Mindestlohn für Gesellen wird angehoben:

  • ab 1. Juli 2025 auf 15,55 Euro,
  • ab 1. Juli 2026 dann auf 16,13 Euro pro Stunde.

Ausbildung wird attraktiver: Plus 50 Euro pro Lehrjahr
Die nächste Generation von Fachkräften darf sich ebenfalls freuen: Ab August 2025 steigen die Ausbildungsvergütungen jährlich um 50 Euro – und zwar in allen Lehrjahren. Ein wichtiges Signal, um junge Menschen für das Handwerk zu begeistern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

„Kompromiss mit Verantwortung“
Markus Heineke, Verhandlungsführer des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz, betont die Bedeutung des Ergebnisses:

„Die Verhandlungen waren herausfordernd wie selten zuvor. Doch in wirtschaftlich und politisch angespannten Zeiten ist dieses Tarifergebnis ein klares Bekenntnis zur Zukunftsfähigkeit unserer Branche.“

Heineke spricht von einem „Balanceakt zwischen fairer Entlohnung und betrieblicher Belastbarkeit“. Mit knapp 200.000 Beschäftigten bundesweit ist die Branche ein Schwergewicht im Handwerk – und braucht Stabilität sowie attraktive Rahmenbedingungen.

Fazit: Der neue Tarifvertrag bringt nicht nur mehr Geld, sondern auch mehr Gerechtigkeit. Gerade die Ost-West-Angleichung und die gezielte Förderung von Nachwuchskräften machen das Ergebnis zu einem zukunftsweisenden Schritt für das gesamte Maler- und Lackiererhandwerk.

Quelle: Maler Direkt