Heizkomfort mit Risiko: Wenn Bodenbeläge Probleme machen

Die kuschelige Wärme einer Fußbodenheizung ist für viele ein Stück Wohnluxus. Doch wer dabei auf elastische Bodenbeläge wie Vinyl oder PVC setzt, sollte jetzt besonders aufmerksam sein: Immer mehr Hersteller begrenzen die zulässige Oberflächentemperatur ihrer Beläge – mit teils weitreichenden Folgen für die Praxis im Bau- und Sanierungsbereich.

Wärmegrenze erreicht: Neue Temperaturlimits bei Bodenbelägen

Einige elastische Bodenmaterialien – insbesondere Design-Vinyl, homogene PVC-Beläge und sogar Linoleum – dürfen laut Herstellervorgaben nicht über 25 bis 28 Grad Celsius erwärmt werden. Das steht im Kontrast zur Funktion moderner Fußbodenheizungen, die mit Oberflächentemperaturen von bis zu 29 Grad – in Randbereichen sogar bis 35 Grad – arbeiten, um ein wohliges Raumklima zu schaffen, selbst bei frostigen Außentemperaturen.

Schäden drohen: Verformungen, Fugen und Emissionen

Was auf den ersten Blick wie eine kleine technische Einschränkung klingt, kann in der Praxis gravierende Folgen haben: Laut dem Fachverband FEB kann eine zu hohe Temperatur die Materialeigenschaften von Bodenbelägen massiv verändern. Dazu zählen bleibende Druckstellen, unerwünschte Verformungen und unschöne Fugenbildungen. Auch die Raumluftqualität kann sich verschlechtern, wenn der Boden unter Hitze verstärkt Emissionen freisetzt.

Branchenverbände schlagen Alarm

Handwerks- und Branchenverbände fordern schon seit Langem klare Regelungen. Ihre zentrale Forderung: Es sollten nur solche Bodenbeläge in den Handel gelangen, die uneingeschränkt für den Einsatz mit normgerechten Fußbodenheizungen geeignet sind. Bislang haben viele Hersteller auf diese Forderung jedoch nicht reagiert.

Empfehlung für Profis: Nur geprüfte Beläge verwenden

Um Handwerkern mehr Sicherheit zu geben, wurde eine praxisnahe Handlungsempfehlung entwickelt. Diese legt nahe, ausschließlich solche Beläge zu verwenden, die den Temperaturanforderungen der Heizsysteme standhalten – oder entsprechende Bedenken beim Kunden offen anzusprechen. Die vollständige Empfehlung ist für Innungsmitglieder über die Plattform www.farbe.de abrufbar.

Fazit: Wer auf Nummer sicher gehen will, sollte vor dem Kauf von elastischen Bodenbelägen genau prüfen, ob diese für die Kombination mit Fußbodenheizungen geeignet sind – denn Komfort sollte nicht auf Kosten von Qualität und Langlebigkeit gehen.

Quelle: Fachzeitschrift Maler und Lackierermeister