Die Anforderungen an professionelle Bodenbeschichtungen in Tiefgaragen und Gewerbeflächen steigen – nicht zuletzt durch strengere EU-VOC-Richtlinien. Für die Mitgliedsbetriebe der Maler Innung bedeutet das, Arbeitsprozesse und Materialwahl regelmäßig auf den Prüfstand zu stellen, um Bauschäden und Reklamationen proaktiv zu vermeiden.
Das richtige Material für den jeweiligen Einsatz Während wasserbasierte Lösungen oft durch zeitintensive Grundierungen auffallen, bieten moderne 2K- und ölbasierte Systeme erhebliche Vorteile bei der Langlebigkeit und Haftung. Solche Kombiprodukte, die Primer und Versiegelung in einem Arbeitsgang ermöglichen, reduzieren Fehlerquellen drastisch. Besonders bei öffentlichen oder gewerblichen Ausschreibungen ist die langfristige Haltbarkeit das stärkste wirtschaftliche Argument gegenüber dem reinen Materialpreis.
Arbeitsschutz hat oberste Priorität Bei der Verarbeitung von 2K-PU-Systemen bilden Isocyanate eine hochgradig beständige Schutzschicht. Diese Chemikalien erfordern jedoch zwingende Schutzmaßnahmen. Ein detailliertes Lüftungskonzept und das konsequente Tragen von Atemschutzmasken sind für ausführende Betriebe unabdingbar. Bei Projekten mit geringerer Belastung (wie Balkonen) raten Experten der Innung zunehmend zu toluolfreien 1K-Systemen, um die Gesundheitsrisiken für Mitarbeiter zu minimieren.
Risikofaktor Untergrund Die hochwertigste Beschichtung versagt, wenn die Vorbereitung mangelhaft ist. Zwei Hauptursachen führen in der Praxis regelmäßig zu Ablösungen:
- Versteckte Öle: In Garagen setzen sich Öle tief im Beton ab. Oberflächliches Reinigen reicht hier nicht aus. Ein Wasserperlentest ist vorab Pflicht.
- Restfeuchte: Kapillar aufsteigende Nässe zerstört dampfdichte Versiegelungen. Vor jedem Projekt muss zwingend eine CM-Messung durchgeführt werden. Überschreitet die Restfeuchte den Grenzwert, muss die Beschichtung abgelehnt werden.
Quelle: Malermagazin MALER UND LACKIERERMEISTER
